Dienstag, 28. Juli 2026
WvD startet Digitalkampagne gegen Bürokratie in der Hilfsmittelversorgung
Der Branchenverband Wir versorgen Deutschland e.V. hat in Berlin eine digitale Awareness-Kampagne zum Bürokratieabbau in der Hilfsmittelversorgung angekündigt. Der Start erfolgt am 27. Juli 2026, einen Tag vor dem Tag des Naturschutzes.
Im Zentrum steht die Botschaft, dass Versorgungszeit stärker den Patientinnen und Patienten zugutekommen soll, statt in Verwaltungsprozessen gebunden zu werden. Die Kampagne richtet den Blick besonders auf Sanitätshäuser, die nach Darstellung des Verbands im Alltag mit zunehmenden Dokumentations- und Nachweisanforderungen konfrontiert sind.
Verbindung von Entlastung und Ressourcenschonung
WvD verknüpft das Thema Bürokratieabbau mit dem Anlass des Naturschutztages. Aus Sicht des Verbands belastet ein hoher Verwaltungsaufwand nicht nur Personal und Abläufe, sondern führt auch zu zusätzlichem Papierverbrauch. Bürokratieabbau wird damit zugleich als Frage effizienterer Versorgung und eines sparsameren Ressourceneinsatzes positioniert.
Der Verband adressiert mit der Kampagne auch die Gesundheitspolitik. Das von der Bundesregierung angekündigte Hilfsmittelmodernisierungs- und Bürokratieabbaugesetz soll nach Auffassung von WvD konkrete Verbesserungen für die Versorgungspraxis bringen.
Forderungen an die Politik
Als Handlungsfelder nennt WvD unter anderem Dokumentationspflichten, Genehmigungsverfahren und Nachweiserfordernisse. Außerdem verweist der Verband auf Vorschläge aus der Branche zu Vertragswesen, Präqualifizierung und Prozessoptimierung.
Die WvD-Generalsekretäre Kirsten Abel und Dr. Henning Schweer ordnen die Entlastung als dringlich ein. Sie verweisen dabei auch auf die wirtschaftlichen Herausforderungen in der Hilfsmittelversorgung im Zusammenhang mit Kürzungen infolge des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes.
Nach Auffassung des Verbands kann weniger Verwaltung dazu beitragen, Kapazitäten für Beratung, Anpassung und individuelle Versorgung freizusetzen. Davon sollen sowohl Betriebe als auch Patientinnen und Patienten profitieren.