Donnerstag, 1. Oktober 2026
AstraZeneca investiert 2 Milliarden Dollar in Summit und plant ADC-Kombinationen
AstraZeneca baut seine Onkologie-Pipeline über eine strategische Beteiligung an Summit Therapeutics aus. Das Unternehmen teilte am 28. September 2026 mit, neue Vorzugsaktien von Summit im Wert von 2 Milliarden US-Dollar zu erwerben. Ziel ist es, die Entwicklung von Ivonescimab in Kombination mit Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten, kurz ADCs, über mehrere Tumorarten hinweg voranzutreiben.
Ivonescimab ist ein bispezifischer Antikörper, der PD-1 und VEGF adressiert. Entwickelt wurde der Wirkstoff von Akeso. Summit hält exklusive Entwicklungs- und Vermarktungsrechte in wichtigen Märkten außerhalb Chinas, während Akeso Rechte in China und weiteren Regionen behält.
Klinische Zusammenarbeit bei gastrointestinalen Tumoren
Parallel zur Beteiligung haben AstraZeneca und Summit eine klinische Kooperation vereinbart. Im Mittelpunkt steht zunächst die Prüfung von Sonesitatug Vedotin, kurz Sone-Ve, zusammen mit Ivonescimab bei gastrointestinalen Krebserkrankungen. Die Studien sollen nach Angaben der Unternehmen zeitnah starten.
Sone-Ve ist ein ADC gegen Claudin 18.2 und enthält einen MMAE-Payload. AstraZeneca entwickelt den Wirkstoff bereits in mehreren Studien bei gastrointestinalen Tumoren. Die Unternehmen wollen ihre jeweiligen Arzneimittel für die geplanten Kombinationsstudien bereitstellen und die Studienkosten gemeinsam tragen. Entwicklungs- und Vermarktungsrechte bleiben jeweils beim bisherigen Rechteinhaber.
Weitere Kombinationen geplant
Zusätzlich haben die Unternehmen eine Absichtserklärung unterzeichnet. Sie sieht vor, ein globales Entwicklungsprogramm aufzusetzen, in dem Ivonescimab mit weiteren Krebsmedikamenten aus dem AstraZeneca-Portfolio kombiniert werden könnte. Dazu zählen auch zusätzliche ADCs.
Die geplante Zusammenarbeit passt zu AstraZenecas Strategie, ADCs breiter als Bestandteil onkologischer Kombinationstherapien einzusetzen. Bispezifische Ansätze gegen PD-1 und VEGF werden derzeit in mehreren Indikationen klinisch untersucht, darunter Lungen-, Brust- und gastrointestinale Tumoren.
Studiendaten und Entwicklungsstatus
AstraZeneca hatte zuletzt positive Topline-Ergebnisse aus der Phase-III-Studie CLARITY-Gastric01 für Sone-Ve gemeldet. In der Studie wurde Sone-Ve bei vorbehandeltem fortgeschrittenem Claudin-18.2-positivem Magenkrebs geprüft. Das Unternehmen berichtete einen statistisch signifikanten und klinisch relevanten Vorteil beim Gesamtüberleben gegenüber einer vom Prüfarzt gewählten Therapie. Die Daten sollen auf dem ESMO Congress 2026 in einem Presidential Symposium vorgestellt werden.
Ivonescimab ist in China für bestimmte Patientinnen und Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs zugelassen. In den USA prüft die FDA einen Zulassungsantrag für EGFR-mutierten nicht-kleinzelligen Lungenkrebs. Darüber hinaus läuft die Substanz in Phase-III-Programmen unter anderem bei nicht-kleinzelligem und kleinzelligem Lungenkrebs, Gallengangskrebs, Blasenkrebs, triple-negativem Brustkrebs, Kopf-Hals-Plattenepithelkarzinom, kolorektalem Karzinom und Pankreaskarzinom.
Beteiligung entspricht rund 12 Prozent
AstraZeneca erwirbt rund 109.000 neu ausgegebene Vorzugsaktien von Summit. Diese können im Verhältnis 1 zu 1.000 in Stammaktien umgewandelt werden. Nach Abschluss der Investition wird AstraZeneca Rechte halten, die etwa 12,0 Prozent der ausstehenden Stammaktien von Summit entsprechen. Auf vollständig verwässerter Basis entspricht dies rund 10,6 Prozent.
Der Abschluss der Transaktion wird innerhalb einer Woche erwartet. Eine spätere Umwandlung der Vorzugsaktien in Stammaktien steht unter dem Vorbehalt üblicher regulatorischer Freigaben.