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Dienstag, 22. September 2026

Grünenthal übernimmt Stivarga von Bayer

Grünenthal hat eine Vereinbarung mit Bayer AG zur Übernahme von Stivarga® geschlossen. Für das orale Krebsmedikament kann der Kaufpreis nach Unternehmensangaben bis zu 375 Millionen Euro betragen. Die Transaktion steht noch unter üblichen Vollzugsbedingungen, darunter die Freigaben zuständiger Behörden.

Der Abschluss wird nach Angaben des Aachener Pharmaunternehmens bis Ende 2026 oder Anfang 2027 erwartet. Stivarga® mit dem Wirkstoff Regorafenib ist in mehr als 90 Märkten zugelassen und verfügbar.

Orale Therapie für fortgeschrittene Tumorerkrankungen

Stivarga® ist ein oraler Multikinase-Inhibitor. Das Arzneimittel wird bei bestimmten fortgeschrittenen Krebserkrankungen eingesetzt, darunter metastasiertes kolorektales Karzinom, gastrointestinale Stromatumoren und hepatozelluläres Karzinom. Die Anwendung betrifft Patienten, die bereits andere verfügbare Therapien erhalten haben oder für diese nicht infrage kommen.

In der EU umfasst die Zulassung unter anderem die Monotherapie bei erwachsenen Patienten mit metastasiertem kolorektalem Karzinom nach vorheriger Behandlung beziehungsweise fehlender Eignung für verfügbare Therapien. Außerdem ist das Präparat für erwachsene Patienten mit nicht resezierbaren oder metastasierten gastrointestinalen Stromatumoren nach Fortschreiten unter oder Unverträglichkeit gegenüber Imatinib und Sunitinib sowie für Patienten mit hepatozellulärem Karzinom nach Sorafenib vorgesehen.

In den USA ist Stivarga® ebenfalls für entsprechende Patientengruppen bei metastasiertem kolorektalem Karzinom, lokal fortgeschrittenen, nicht resezierbaren oder metastasierten gastrointestinalen Stromatumoren sowie hepatozellulärem Karzinom zugelassen.

Portfolioausbau mit etablierten Arzneimitteln

Grünenthal ordnet die Vereinbarung in seine Strategie ein, etablierte Medikamente mit klar definiertem medizinischem Bedarf zu erwerben. Das Unternehmen will dabei seine kommerziellen und operativen Strukturen nutzen. Seit 2017 hat Grünenthal nach eigenen Angaben rund 2,6 Milliarden Euro in M&A-Transaktionen investiert.

Zum bisherigen Ausbau zählen unter anderem globale Rechte an Nebido™, Rechte an Cialis® in Mexiko, Brasilien und Kolumbien, europäische Rechte an Crestor™ und Nexium™ sowie globale Rechte an Vimovo™ außerhalb der USA und Japans, Zomig™ außerhalb Japans und Qutenza™. Darüber hinaus übernahm Grünenthal 2024 Valinor Pharma in den USA und das Produkt Movantik® sowie im laufenden Jahr die vollständige Kontrolle über Grünenthal Meds.

Erwarteter Beitrag zum Ergebnis

Grünenthal rechnet damit, dass Stivarga® im Geschäftsjahr 2027 einen positiven Beitrag zum konsolidierten EBITDA von bis zu rund 100 Millionen Euro leisten kann. Diese Einschätzung basiert auf Informationen von Bayer, einem Vollzug bis Ende 2026 oder Anfang 2027 sowie einer ganzjährigen Konsolidierung.

Der Patentschutz beziehungsweise die Marktexklusivität für Stivarga® läuft nach Angaben von Grünenthal voraussichtlich 2029 in der Europäischen Union und 2030 in den USA aus.

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