Dienstag, 15. September 2026
Sanofi und Cheplapharm planen Partnerschaft für etablierte Arzneimittel
Sanofi und Cheplapharm wollen ihre langjährige Zusammenarbeit deutlich ausweiten. Geplant ist eine strategische Partnerschaft, in deren Rahmen Cheplapharm 20 etablierte Arzneimittel aus dem Sanofi-Portfolio sowie drei Produktionsstandorte übernehmen soll. Sanofi soll im Gegenzug eine Beteiligung von 26,4 Prozent an Cheplapharm erhalten.
Die Unternehmen knüpfen damit an eine Kooperation an, die nach ihren Angaben seit 2014 besteht. Für Sanofi ist der Schritt Teil der weiteren Fokussierung auf innovative Arzneimittel. Cheplapharm, ein auf etablierte Originalpräparate spezialisiertes europäisches Pharmaunternehmen mit Sitz in Deutschland, soll die Produkte in der nächsten Phase ihres Lebenszyklus weiterführen.
Drei Werke sollen den Eigentümer wechseln
Zu dem geplanten Paket gehören Produktionsstätten in Csanyikvölgy in Ungarn, Jurong in Singapur und Ploërmel in Frankreich. Nach Unternehmensangaben arbeiten dort rund 400, 100 beziehungsweise 65 Beschäftigte. Die bestehenden Beschäftigungsbedingungen und Kollektivvereinbarungen sollen erhalten bleiben.
Die Unternehmen stellen eine enge Abstimmung für die Übergangsphase in Aussicht. Ziel ist es, die Versorgung der Märkte fortzuführen und die geltenden Qualitätsanforderungen in der Herstellung einzuhalten.
Kommerzielle Übertragung ab 2027 geplant
Der kommerzielle Transfer der Arzneimittel soll im ersten Quartal 2027 anlaufen. Die Übernahme der Standorte soll danach folgen. Voraussetzung sind unter anderem Informations- und Konsultationsverfahren mit Arbeitnehmervertretungen, regulatorische Freigaben und weitere übliche Abschlussbedingungen.
Der Abschluss der gesamten Transaktion wird nach derzeitiger Planung bis zum dritten Quartal 2027 erwartet. Zu den betroffenen Produkten zählt Sanofi zufolge Lovenox/Clexane mit dem Wirkstoff Enoxaparin, ausgenommen ist der US-Markt.
Strategische Bedeutung für beide Unternehmen
Sanofi erwartet nach eigenen Angaben keine Auswirkungen auf die Finanzprognose für 2026. Weitere finanzielle Details sollen zu einem späteren Zeitpunkt folgen.
Für Cheplapharm wäre die Vereinbarung ein weiterer Ausbau des Geschäfts mit etablierten Arzneimitteln. Das Unternehmen gibt an, seit seiner Gründung mehr als 6,2 Milliarden Euro investiert zu haben. Seit 2015 habe es nahezu 100 Produkte erworben und verfüge über 3.440 Zulassungen in 160 Ländern.