Montag, 24. August 2026
Valerio Therapeutics vereinbart Übernahme von Etherna
Valerio Therapeutics hat verbindliche Vereinbarungen zur vollständigen Übernahme von Etherna Immunotherapies unterzeichnet. Die Transaktion basiert auf einem Unternehmenswert von 30 Mio. Euro auf schuldenfreier und liquider Mittel bereinigter Basis. Parallel platzierte das in Villejuif ansässige Biotech-Unternehmen eine PIPE-Finanzierung über 40,25 Mio. Euro.
Mit dem Zukauf will Valerio seine Position im Bereich zielgerichteter RNA-Therapeutika ausbauen. Etherna bringt nach Unternehmensangaben Plattformen für mRNA, Lipidnanopartikel und GMP-nahe Herstellung ein. Valerio verweist zudem auf eigene Technologien zur Zelladressierung. Zusammen sollen die Ansätze die Entwicklung von RNA-Arzneimitteln für Zielgewebe jenseits der Leber unterstützen.
Finanzierung und Struktur der Transaktion
Der Kaufpreis soll aus einer Barkomponente und einer Aktienkomponente bestehen. Die Barkomponente wird aus der PIPE-Finanzierung finanziert. Für die Aktienkomponente ist die Zustimmung der Valerio-Aktionäre auf einer außerordentlichen Hauptversammlung erforderlich, die voraussichtlich um den 6. Oktober 2026 stattfinden soll.
Nach Angaben des Unternehmens liegen bereits unwiderrufliche Stimmrechtszusagen bestehender Aktionäre vor, die mehr als 70 Prozent der Stimmrechte repräsentieren. Die auszugebenden Aktien für die Sacheinlage sollen mit demselben Zeichnungspreis bewertet werden wie die neuen Aktien aus der Finanzierung.
Die PIPE umfasst 68.220.333 neue Stammaktien zu einem Preis von 0,59 Euro je Aktie. Der Preis entspricht einem Abschlag von 25 Prozent auf den volumengewichteten Durchschnittskurs der drei Handelstage vor der Preisfestsetzung. Die neuen Aktien sollen voraussichtlich am 26. August 2026 an Euronext Growth Paris zum Handel zugelassen werden.
Bestehende Investoren beteiligen sich
Zu den Zeichnern zählen bestehende Investoren. Artal International SCA zeichnete 18,0 Mio. Euro, Financière de la Montagne 7,0 Mio. Euro und Saint James Luxembourg 1,0 Mio. Euro. Artal International SCA und Financière de la Montagne sind im Board von Valerio vertreten beziehungsweise damit verbunden und nahmen nach Unternehmensangaben nicht an der Abstimmung des Boards über die Finanzierung teil.
Nach Vollzug der Kapitalerhöhung soll das Grundkapital von Valerio 5.676.686,34 Euro betragen, eingeteilt in 567.668.634 Stammaktien. Ein Aktionär, der vor der Finanzierung 1 Prozent hielt und sich nicht beteiligte, käme laut Valerio rechnerisch auf 0,88 Prozent.
Mittelverwendung und strategische Einordnung
Valerio plant, die Nettoerlöse zusammen mit vorhandenen liquiden Mitteln für die Barkomponente der Übernahme, die Weiterentwicklung der Programme VTX-001, VTX-002 und VTX-003 sowie IND-vorbereitende Arbeiten für VTX-001 zu verwenden. Weitere Mittel sollen in die Integration von Etherna fließen, darunter der Ausbau der GMP-Herstellungskapazitäten am Standort Niel.
Das Unternehmen geht auf Basis der aktuellen Planung davon aus, nach Abschluss der Finanzierung über Mittel für mindestens 18 Monate zu verfügen. Valerio weist zugleich darauf hin, dass dieser Zeitraum von Entwicklungsfortschritten, Integrationsverlauf und weiteren Finanzierungsbedarfen abhängt.
Die Transaktion ist Teil einer Strategie, die chemische Nukleinsäure-Kompetenz, LNP-Delivery und Targeting-Technologien in einer integrierten Biotech-Plattform zusammenzuführen. Für Valerio steht dabei insbesondere die Frage im Mittelpunkt, wie RNA-Wirkstoffe präziser in verschiedene Gewebe transportiert werden können.