Freitag, 7. August 2026
GSK plant neues globales F&E-Zentrum in Cambridge
GSK will seine britischen Forschungsaktivitäten stärker im Biomedizin-Cluster von Cambridge bündeln. Das Unternehmen kündigte am 28. Juli 2026 an, auf dem Cambridge Biomedical Campus ein neues globales Zentrum für Forschung und Entwicklung aufzubauen.
Der geplante Standort umfasst rund 300.000 Quadratfuß und soll künftig die F&E-Aktivitäten von GSK in Großbritannien sowie mehr als 1.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Unternehmens aufnehmen. Die Maßnahme ist Teil eines breiteren Vorhabens, die Forschungspipeline zu beschleunigen.
Investition in das britische Life-Sciences-Netzwerk
GSK beziffert die Investitionen im Zusammenhang mit den Veränderungen auf 400 Millionen Pfund über drei Jahre. Der neue Campus-Standort liegt im sogenannten Golden Triangle der britischen Life-Sciences-Region und soll dem Unternehmen einen engeren Austausch mit akademischer Forschung, klinischer Versorgung und Biotech-Unternehmen ermöglichen.
Der Cambridge Biomedical Campus zählt nach Unternehmensangaben zu den größten biomedizinischen Standorten Europas. Dort arbeiten mehr als 22.000 Menschen im Life-Sciences-Bereich, täglich besuchen mehr als 37.000 Personen den Campus. Mehr als eine Million Patientinnen und Patienten werden dort pro Jahr behandelt. Zudem sind über 470 Biopharma-, Biotech- und KI-Unternehmen vor Ort vertreten.
GSK verweist auf bestehende Kooperationen in Cambridge, darunter Initiativen in den Bereichen datengetriebene Forschung, translationale Immunologie, Stoffwechselwissenschaften, Immunalterung sowie eine klinische Einheit am Addenbrooke’s Hospital.
Fokus auf wichtige Forschungsgebiete
Das neue Zentrum soll moderne, technologiegestützte Labore und Infrastruktur erhalten. Unterstützt werden sollen Forschungsprogramme in den Bereichen Onkologie, Atemwegserkrankungen, Hepatologie, Impfstoffe und HIV.
GSK-CEO Luke Miels stellte die Investition in den Zusammenhang mit der Weiterentwicklung der Produktpipeline und der Attraktivität des britischen Life-Sciences-Standorts. Chief Scientific Officer Tony Wood betonte in der Mitteilung die Rolle Cambridges als Umfeld für Kooperationen zwischen Universitäten, Kliniken und Biotech-Unternehmen.
Folgen für Stevenage und Ware
Mit dem geplanten Umzug wird GSK den bisherigen F&E-Standort in Stevenage, Hertfordshire, verlassen. Der Wechsel der Beschäftigten soll schrittweise bis 2029 erfolgen. Parallel will das Unternehmen bestehende F&E-Labore in Ware, ebenfalls in Hertfordshire, modernisieren und einen Teil der Belegschaft dorthin verlagern.
Damit soll eine stärker integrierte Struktur für Arzneimittelentwicklung und kommerzielle Fertigung im Skalierungsmaßstab entstehen. Der globale Hauptsitz von GSK in London ist von der Ankündigung nicht betroffen.
GSK investiert nach eigenen Angaben jährlich mehr als 6 Milliarden Pfund in Forschung und Entwicklung. Davon entfallen mehr als 1,5 Milliarden Pfund auf Großbritannien.