Freitag, 25. September 2026
Organon fordert EU-Strategie für Frauengesundheit
Zum Internationalen Frauentag hat Organon auf Defizite in der Versorgung von Frauen hingewiesen und eine europäische Strategie für Frauengesundheit gefordert. Das Unternehmen nennt unter anderem den Zugang zu Verhütungsmitteln, die Forschung zu frauenspezifischen Erkrankungen und Datenlücken in der medizinischen Entwicklung als Handlungsfelder.
Christoph Habereder, Managing Director D-A-CH bei Organon, spricht sich für ein abgestimmtes Vorgehen über Länder und Organisationen hinweg aus. Die Versorgungslücken seien nicht durch einzelne Akteure allein zu schließen.
Zugang zu Verhütung bleibt uneinheitlich
Organon verweist auf den Contraception Atlas des European Parliamentary Forum, der Unterschiede beim Zugang zu Kontrazeptiva in Europa zeigt. Nach den genannten Daten stellen nur 30 Prozent der 46 untersuchten Länder Verhütungsmittel für junge Menschen bis 25 Jahre kostenlos bereit. Frankreich, Belgien und das Vereinigte Königreich gehören dazu, Deutschland, Österreich und die Schweiz nicht.
Deutschland liegt in der Auswertung auf Rang 10, hinter Slowenien und den Niederlanden. Zugleich nennt Organon für Deutschland einen Anteil ungeplanter Schwangerschaften von 30 Prozent im Jahr 2020.
Mehr Forschung zu frauenspezifischen Erkrankungen gefordert
Ein weiterer Schwerpunkt der Mitteilung ist die Finanzierung medizinischer Forschung. Organon verweist auf eine Studie aus dem Jahr 2020, nach der weltweit nur 1 Prozent der Forschungsbudgets in frauenspezifische Erkrankungen fließt. Als Beispiel nennt das Unternehmen Endometriose: Schätzungen zufolge sind 10 bis 15 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter betroffen. Die Diagnose dauere im Durchschnitt zehn Jahre, eine Heilung gebe es derzeit nicht.
Habereder fordert, geschlechtsspezifische Medizin verbindlich und interdisziplinär in die medizinische Ausbildung aufzunehmen. Erkenntnisse zu Unterschieden zwischen Frauen und Männern sollten stärker in die Versorgung einfließen.
Gender Data Gap als Entwicklungsrisiko
Organon sieht auch in der klinischen und präklinischen Forschung strukturelle Defizite. Frauen seien in Phase-I-Studien lange deutlich unterrepräsentiert gewesen. Zudem seien Laborstudien häufig mit männlichen Versuchstieren und Zellstudien überwiegend an männlichem Gewebe durchgeführt worden. Effekte hormoneller Schwankungen auf Arzneimittelwirkungen seien dadurch nicht ausreichend berücksichtigt worden.
Das Unternehmen verbindet die gesundheitspolitischen Forderungen mit der Kampagne #IWDayOFF. Am 8. März gibt Organon seinen Mitarbeitenden weltweit frei. Die Initiative soll auf Vorurteile gegenüber Frauen aufmerksam machen und die physische sowie mentale Gesundheit in den Mittelpunkt stellen.