Lilly Deutschland GmbH

Donnerstag, 3. September 2026

Lilly bringt Adipositas-Kampagne ins TV

Lilly Deutschland rückt die Versorgung von Menschen mit Adipositas mit einer neuen TV-Kampagne stärker in die öffentliche Wahrnehmung. Unter dem Leitmotiv „Gemeinsam gegen Adipositas“ adressiert das Unternehmen Versorgungslücken, die nach eigenen Angaben trotz neuer medizinischer Möglichkeiten weiter bestehen.

Grundlage der Kommunikation sind unter anderem Umfragen im Auftrag von Lilly Deutschland. Sie deuten darauf hin, dass viele Betroffene vorhandene Behandlungsoptionen nicht erreichen. Als Gründe werden Stigmatisierung, wirtschaftliche Hürden, Unsicherheit in der Arzt-Patienten-Kommunikation und fehlende strukturierte Versorgungsangebote genannt.

Umfragen zeigen Distanz zur Versorgung

Nach den von Lilly genannten Ergebnissen sehen 43 Prozent der befragten Menschen mit Adipositas, die bisher nicht wegen ihrer Erkrankung behandelt wurden, derzeit keinen Anlass für einen Arzttermin. Als Ursachen werden unter anderem Hoffnungslosigkeit mit 24 Prozent und die Sorge, in der Praxis nicht ernst genommen zu werden, mit 16 Prozent angegeben.

Besonders sensibel ist demnach die Kommunikation im Behandlungsalltag. Fast jede vierte befragte Patientin berichtet laut Lilly von verletzenden oder stigmatisierenden Gesprächen in der Praxis. Das Unternehmen stellt deshalb eine respektvolle Ansprache und einen Dialog ohne Schuldzuweisungen in den Mittelpunkt der Kampagne.

Aufklärung über Therapieoptionen im Fokus

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Information über medizinische Behandlungsmöglichkeiten. 37 Prozent der befragten Menschen mit Adipositas wünschen sich laut Lilly eine umfassendere Aufklärung über moderne Therapieansätze. Gleichzeitig erhalten nach den Umfragedaten zwei Drittel der Betroffenen vor allem Empfehlungen zu Bewegung und Sport.

Aus Sicht des Unternehmens reicht Lebensstilberatung allein nicht aus, wenn Patientinnen und Patienten gemeinsam mit medizinischem Fachpersonal über eine geeignete Behandlung entscheiden sollen. Die Kampagne positioniert Adipositas entsprechend als chronische Erkrankung, bei der langfristige Begleitung und ein strukturierter Zugang zur Versorgung relevant sind.

Unterschiedliche Einschätzungen bei Kosten und Motivation

Die Umfragen zeigen auch Unterschiede zwischen ärztlicher Perspektive und Patientensicht. 61 Prozent der befragten Ärztinnen und Ärzte sehen die Kosten für Patientinnen und Patienten als Hindernis für eine medikamentöse Therapie. Unter den Betroffenen bewerten 36 Prozent diesen Punkt als entscheidende Barriere.

Nach Angaben von Lilly werden moderne Therapieoptionen häufig erst dann angesprochen, wenn Patientinnen und Patienten aktiv danach fragen. Der entsprechende Wert liegt bei 81 Prozent. Zugleich könne Zurückhaltung aus Sorge vor Stigmatisierung auf ärztlicher Seite als mangelnde Motivation verstanden werden. Lilly sieht darin ein Kommunikationsproblem, das durch einen offenen Austausch adressiert werden soll.

Forderung nach verlässlicheren Strukturen

Neben der Kampagnenkommunikation verweist Lilly Deutschland auf gesundheitspolitische Rahmenbedingungen. Das Unternehmen spricht sich für eine bessere strukturelle Verankerung der Adipositas-Versorgung aus. Dazu zählt die Einführung eines Disease-Management-Programms für Adipositas.

Außerdem fordert Lilly eine Neubewertung der Erstattungsregeln. Im Fokus steht dabei die sogenannte Lifestyle-Klausel in Paragraf 34 SGB V. Aus Sicht des Unternehmens sollten notwendige Therapien stärker am medizinischen Bedarf ausgerichtet werden und nicht vorrangig vom privaten Budget der Betroffenen abhängen.

Mit der TV-Kampagne verbindet Lilly damit klassische Patientenkommunikation mit einer gesundheitspolitischen Botschaft. Weitere Informationen bündelt das Unternehmen auf der Website „Mein Weg mit Adipositas“.

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