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Dienstag, 25. August 2026

LA-Med Facharzt-Studie zeigt breiten Medienmix bei Fachärzten

Die Arbeitsgemeinschaft LA-MED Kommunikationsforschung im Gesundheitswesen hat am 19. August 2026 die 20. Ausgabe ihrer Facharzt-Studie veröffentlicht. Die Ergebnisse zeigen eine weiterhin starke Rolle medizinischer Fachzeitschriften, zugleich aber auch eine deutlich vielfältige Informationsnutzung in Klinik und Praxis.

Für die Untersuchung wertete IFAK Markt- und Sozialforschung Angaben von 2.566 Fachärztinnen und Fachärzten aus. Erfasst wurden Reichweiten- und Nutzungsdaten von 76 medizinischen Fachzeitschriften aus 13 Verlagen. Die Studie deckt unter anderem Dermatologie, Gynäkologie, HNO, Innere Medizin, Neurologie und Psychiatrie, Orthopädie und Unfallchirurgie, Pädiatrie sowie Urologie ab.

Fachzeitschriften bleiben ein zentraler Kanal

Nach den LA-Med-Daten erzielen die untersuchten medizinischen Fachtitel im Durchschnitt einen Leser-pro-Ausgabe-Wert von 47 Prozent. Die reichweitenstärksten Titel einzelner Fachgruppen erreichen Werte von bis zu 83 Prozent. Gegenüber der Facharzt-Studie 2024 gingen die Reichweiten bei den meisten Titeln leicht zurück, laut Studienangaben im niedrigen einstelligen Prozentbereich.

Neben dem klassischen LpA-Wert wurden auch Kernleserschaft und Leser-Blatt-Bindung betrachtet. Vier der 76 einbezogenen Titel waren neu oder nach einer Pause wieder Bestandteil der Erhebung.

IFAK-Geschäftsführer und Projektleiter Sören Winzer ordnet die Entwicklung als Teil eines schon länger sichtbaren Markttrends ein. Der Rückgang bedeute nicht, dass Fachzeitschriften durch andere Medien ersetzt würden. Vielmehr nutzten Fachärztinnen und Fachärzte mehrere Quellen parallel.

Kongresse, Kollegengespräche und digitale Quellen ergänzen den Mix

Bei den beruflich genutzten Informationsquellen stehen medizinische Fachzeitschriften mit 65,2 Prozent an erster Stelle. Es folgen Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen mit 61,3 Prozent sowie Tagungen und Kongresse mit 49,6 Prozent.

Fachbücher und Fach-Websites bleiben ebenfalls wichtige Bestandteile der Informationssuche, entwickeln sich aber unterschiedlich. Der Anteil der Fachbücher sank von 39,9 Prozent im Jahr 2024 auf 34,8 Prozent. Fach-Websites legten im gleichen Vergleich von 31,2 auf 33,4 Prozent zu.

Bei Informationen zu neuen Therapieoptionen zeigt die Studie ebenfalls ein breites Bild. Besonders relevant sind Kongresse, der Austausch im Kollegenkreis und deutschsprachige Fachzeitschriften. Danach folgen Recherchen über Suchmaschinen und Online-Archive.

KI wird erstmals repräsentativ erfasst

Neu in der Facharzt-Studie ist die Erhebung von KI-Anfragen im medizinischen Kontext. Dabei konnten die Befragten Anwendungen wie Google Gemini, ChatGPT oder Copilot als Informationsquelle im Touchpoint-Relevanz-Check angeben.

46 Prozent der befragten Fachärztinnen und Fachärzte bewerten KI-Anfragen als relevante Quelle für Fragen zu neuen Therapien. Für 10,3 Prozent zählen solche Anwendungen bereits zu den drei bevorzugten Informationsquellen in diesem Themenfeld.

LA-Med-Vorstand Walter Bischof sieht die erstmalige Abfrage als Beginn einer genaueren Beobachtung der KI-Nutzung in der Zielgruppe. Die Projektgruppe Digital der LA-Med arbeitet demnach an einem weiteren Befragungsformat, das zusätzliche Daten liefern soll.

Social Media dient vor allem der Informationssuche

Auch soziale Netzwerke und weitere Social-Media-Angebote wurden erneut untersucht. Erstmals fragte die Studie zusätzlich nach den Nutzungszwecken der Plattformen. Über alle Angebote hinweg steht die Informationsbeschaffung an erster Stelle. Danach folgen Unterhaltung, Networking sowie Fort- und Weiterbildung.

Damit zeigt sich Social Media in der beruflichen Mediennutzung nicht nur als Nachrichten- oder Informationskanal. Die Plattformen werden auch für Austausch, Kontaktpflege und Lernangebote genutzt.

Fachzeitschriften lösen weitere Aktivitäten aus

Der Aktivierungs-Check der Studie betrachtet, welche Handlungen aus der Lektüre medizinischer Fachzeitschriften entstehen. 87,8 Prozent der Befragten gaben an, dass Fachzeitschriften sie zur Auseinandersetzung mit neuen Therapien angeregt haben. 80 Prozent nannten die Teilnahme an Fortbildungen, 67,1 Prozent die Teilnahme an Kongressen.

Weitere genannte Effekte sind Web-Recherchen mit 67,2 Prozent, neue Angebote für Patientinnen und Patienten mit 54,8 Prozent sowie Präparate-Empfehlungen mit 53,2 Prozent. Die Ergebnisse unterstreichen damit die Rolle der Fachpresse als Bestandteil eines größeren Kommunikations- und Fortbildungsökosystems.