Montag, 28. September 2026
Thieme will Relias Learning übernehmen
Die Thieme Gruppe plant den Erwerb von Relias Learning, einem Anbieter digitaler Bildungsangebote für die Pflege. Verkäufer ist die Bertelsmann Education Group. Die Verträge sind nach Angaben der Beteiligten unterzeichnet, der Vollzug steht noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Freigabe.
Die Integration soll beginnen, sobald die Zustimmung der Behörden vorliegt. Thieme rechnet damit, dass dieser Schritt in sechs bis acht Wochen anlaufen kann.
Ausbau digitaler Pflegebildung
Mit der Transaktion will Thieme sein Angebot für Pflegeeinrichtungen deutlich erweitern. Die Relias-Plattform wird nach Unternehmensangaben in mehr als 3000 kleineren und mittleren Einrichtungen im deutschsprachigen Raum genutzt. Dazu zählen vor allem Altenpflege- und Sozialeinrichtungen sowie Praxen, Medizinische Versorgungszentren und Kliniken.
Geplant ist, Relias mit bestehenden Thieme-Angeboten wie CNE und I care Plus zu verknüpfen. Im Mittelpunkt stehen digitale Lerninhalte, Fortbildungsmanagement und Compliance-Prozesse für Organisationen im Gesundheits- und Sozialwesen.
Relias soll zunächst eigenständig bleiben
Rund 60 Mitarbeitende an den Standorten Berlin, Schwerin und Hannover sollen im Zuge der Übernahme zu Thieme wechseln. Einen Kaufpreis nannte Thieme nicht.
Die Marke Relias soll im deutschsprachigen Markt zunächst weitergeführt werden. Innerhalb eines Zeitraums von 12 bis 36 Monaten ist jedoch vorgesehen, die Produkte schrittweise in die Thieme-Marke zu überführen.
Relias will sich nach dem Verkauf seines deutschsprachigen Geschäfts innerhalb der Bertelsmann Education Group auf den US-Markt konzentrieren.
Reichweite in der Pflege
Thieme verweist darauf, dass beide Unternehmen zusammen bereits rund eine Million der 1,8 Millionen Pflegefachpersonen in Deutschland erreichen. Die Bündelung der Angebote soll den Zugang zu beruflicher Bildung erleichtern und Einrichtungen bei Qualifizierung und Organisation unterstützen.
Als strategischen Hintergrund nennt Thieme den Fachkräftemangel in der Pflege. Nach Unternehmensangaben fehlen derzeit rund 200.000 Pflegekräfte, bis 2030 könnte die Lücke auf bis zu 600.000 steigen.