Freitag, 4. September 2026
HAL Allergy und InfectoPharm kooperieren bei HNO-DiGA
HAL Allergy und InfectoPharm Arzneimittel und Consilium starten eine strategische Zusammenarbeit für digitale Gesundheitsanwendungen in der HNO-Heilkunde. Die mehrjährig angelegte Partnerschaft beginnt mit dem gemeinsamen Vertrieb der Meine Tinnitus App in Deutschland.
Die Anwendung ist dauerhaft im DiGA-Verzeichnis des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte gelistet. Beide Unternehmen wollen ihre jeweiligen Zugänge zu HNO-Fachkreisen nutzen, um digitale Therapieangebote stärker in die Regelversorgung einzubinden.
Digitale Ergänzung für die Tinnitus-Behandlung
Meine Tinnitus App richtet sich an Erwachsene mit chronischem, subjektivem Tinnitus. Das Programm basiert auf strukturiertem Tinnitus-Counseling entsprechend der Leitlinienempfehlung und kann unabhängig von Ort und Zeit genutzt werden.
Die Anwendung umfasst zwölf wöchentliche Einheiten mit psychoedukativen Inhalten und praktischen Übungen. Themen sind unter anderem Stressbewältigung, Aufmerksamkeitslenkung und Schlafhygiene. Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten können die DiGA für ein Jahr verordnen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen nach Angaben der Unternehmen die Kosten vollständig.
Portfolio soll ausgebaut werden
HAL Allergy bringt in die Kooperation seine Präsenz bei deutschen HNO-Fachärztinnen und Fachärzten ein. Das niederländische Biopharmaunternehmen ist auf Allergen-Immuntherapien und Biologika zur Behandlung inhalativer Allergien und Insektengiftallergien spezialisiert und gehört zur Droege Group.
InfectoPharm aus Heppenheim verweist auf ein wachsendes otologisches Portfolio und Erfahrung mit innovativen Versorgungsangeboten. Die zur Gruppe gehörende InfectoPharm Digital Health mit Sitz in Hamburg verantwortet digitale Medizinprodukte auf Rezept und führt Meine Tinnitus App als Kernprodukt.
Für Ende 2026 stellen die Partner eine weitere DiGA im HNO-Bereich in Aussicht. Damit soll das digitale Angebot über die Tinnitus-Anwendung hinaus erweitert werden.
Einordnung für HNO-Praxen
Die Vereinbarung zeigt, wie pharmazeutische Anbieter erstattungsfähige digitale Anwendungen zunehmend als Ergänzung zu etablierten Therapien positionieren. Für HNO-Praxen steht dabei weniger ein einzelnes digitales Produkt im Vordergrund als die Frage, wie sich solche Angebote in Beratung, Verordnung und Verlaufskontrolle integrieren lassen.