Donnerstag, 23. Juli 2026
Novo Nordisk verklagt Eli Lilly wegen GLP-1-Werbung
Novo Nordisk hat in den USA Klage gegen Eli Lilly and Company und Lilly USA eingereicht. Das Verfahren vor dem United States District Court for the District of New Jersey richtet sich gegen landesweite Direct-to-Consumer-Kampagnen für Zepbound und Mounjaro.
Nach Angaben von Novo Nordisk geht es um Verstöße gegen Bundes- und Landesrecht zu irreführender Werbung und unlauterem Wettbewerb, darunter den Lanham Act. Das Unternehmen wirft Lilly vor, in vergleichender Werbung klinische Daten so auszuwählen, dass bei Patientinnen und Patienten ein unvollständiger Eindruck über GLP-1-Therapieoptionen bei Adipositas und Typ-2-Diabetes entstehen könne.
Streit um Vergleichsdaten
Im Zentrum der Klage stehen nach Darstellung von Novo Nordisk Kampagnen, in denen hohe Dosierungen von Lilly-Präparaten mit niedrigeren Dosierungen von Novo-Nordisk-Produkten verglichen würden. Bei Zepbound gehe es um Vergleiche mit Wegovy 1,7 mg beziehungsweise 2,4 mg. Nicht berücksichtigt werde dabei die in den USA im März 2026 zugelassene injizierbare Wegovy-Dosis von 7,2 mg.
Novo Nordisk verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass die 7,2-mg-Dosis von Wegovy in der STEP-UP-Studie nach 72 Wochen eine durchschnittliche Gewichtsreduktion von 18,8 Prozent gezeigt habe. Das entspreche nach Unternehmensangaben etwa 47 Pfund. Zugleich betont Novo Nordisk, dass es keinen direkten Head-to-Head-Vergleich der höchsten zugelassenen Dosierungen von Zepbound und Wegovy gebe.
Auch die Werbung zu Mounjaro ist Teil der Auseinandersetzung. Nach Angaben von Novo Nordisk vergleicht Lilly Mounjaro 15 mg mit Ozempic 1 mg, obwohl in den USA seit mehr als vier Jahren eine höhere Erhaltungsdosis von Ozempic mit 2 mg zugelassen ist.
Geforderte Maßnahmen
Novo Nordisk erklärt, Lilly habe bestimmte Anzeigen nach einer formellen Aufforderung nicht zurückgezogen oder ausreichend korrigiert. Das Unternehmen fordert nun eine dauerhafte gerichtliche Unterlassung der beanstandeten vergleichenden Werbung auf allen Plattformen sowie eine korrigierende Werbekampagne.
Darüber hinaus kündigt Novo Nordisk an, bei ausbleibender freiwilliger Entfernung der Anzeigen einen Antrag auf einstweilige Verfügung stellen zu wollen. Als Begründung nennt das Unternehmen Hinweise darauf, dass Verbraucherinnen und Verbraucher durch die Kampagnen verwirrt oder in die Irre geführt würden.
Die beanstandeten Kampagnen sollen Novo Nordisk zufolge unter anderem im Umfeld stark beachteter internationaler Sportübertragungen sowie auf TikTok und Facebook ausgespielt worden sein.
Einordnung für den Markt
Der Vorgang unterstreicht die hohe wettbewerbliche und kommunikative Bedeutung des GLP-1-Marktes in den USA. Für Pharmaunternehmen bleibt vergleichende Werbung in diesem Segment besonders sensibel, wenn sich Zulassungsstände, Dosierungen und klinische Evidenz rasch weiterentwickeln.