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Dienstag, 23. Juni 2026

AbbVie will Apogee übernehmen und Immunologie-Pipeline ausbauen

AbbVie hat eine verbindliche Vereinbarung zur Übernahme von Apogee Therapeutics geschlossen. Der US-Pharmakonzern will damit seine Position in der Immunologie stärken und seine klinische Entwicklung insbesondere in dermatologischen und respiratorischen Entzündungserkrankungen ausweiten.

Der Kaufpreis liegt bei 135,11 US-Dollar je Apogee-Aktie in bar. Daraus ergibt sich ein gesamter Eigenkapitalwert von rund 10,9 Milliarden US-Dollar. Die Verwaltungsräte beider Unternehmen haben der Transaktion einstimmig zugestimmt. Der Abschluss wird für das dritte Quartal 2026 erwartet, sofern die üblichen Bedingungen erfüllt werden. Dazu zählen die Zustimmung der Apogee-Aktionäre sowie regulatorische Freigaben.

Fokus auf Neurodermitis und Asthma

Im Zentrum der Übernahme steht Zumilokibart, auch als APG777 bezeichnet. Der Wirkstoff ist ein subkutan verabreichtes, halbwertszeitverlängertes monoklonales Antikörperprogramm gegen IL-13. Apogee entwickelt Zumilokibart zunächst für Patientinnen und Patienten mit atopischer Dermatitis.

Nach Unternehmensangaben erzielte Zumilokibart in einer Phase-2-Studie klinisch relevante Ergebnisse. Etwa zwei Drittel der behandelten Patientinnen und Patienten erreichten nach 16 Wochen eine deutliche Verbesserung des Hautbildes. Zudem wurden Verbesserungen bei Juckreiz und Krankheitskontrolle berichtet. Längerfristige Daten aus derselben Studie stützen laut den Unternehmen mögliche Erhaltungsschemata mit vierteljährlicher oder halbjährlicher Gabe.

Kombinationsansatz für Atemwegserkrankungen

Ein weiterer Bestandteil der Pipeline ist APG273, eine Kombination aus Zumilokibart und APG333. APG333 ist ein Antikörper gegen TSLP, ein Signalprotein, das bei Entzündungsprozessen in der Lunge eine frühe Rolle spielt. Apogee entwickelt die Kombination für Asthma.

Phase-1-Daten zu APG333 zeigten laut Mitteilung eine lange Halbwertszeit und eine Unterdrückung relevanter Typ-2-Entzündungsmarker über bis zu sechs Monate. Zusammen mit positiven Zwischenergebnissen einer Phase-1b-Studie zu Zumilokibart bei Asthma sehen die Unternehmen Potenzial für eine Anwendung von APG273 mit vierteljährlicher oder halbjährlicher Injektion.

Strategische Bedeutung für AbbVie

AbbVie baut mit der geplanten Transaktion auf einem bereits umfangreichen Immunologiegeschäft auf. Die Apogee-Programme ergänzen bestehende Schwerpunkte in der Dermatologie und eröffnen dem Konzern zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten im Bereich respiratorischer Erkrankungen.

Finanziell erwartet AbbVie, dass die Übernahme ab 2032 einen positiven Beitrag zum bereinigten verwässerten Ergebnis je Aktie leisten wird. Die Transaktion bleibt jedoch von behördlichen Genehmigungen, der Zustimmung der Apogee-Aktionäre und weiteren Abschlussbedingungen abhängig.

Berater der Transaktion

AbbVie wird bei der Transaktion finanziell von Morgan Stanley beraten, die Rechtsberatung übernimmt Paul, Weiss, Rifkind, Wharton & Garrison. Auf Seiten von Apogee agieren Jefferies und Goldman Sachs als Finanzberater, Kirkland & Ellis ist als Rechtsberater mandatiert.