Dienstag, 30. Juni 2026
Bayer Kultur zieht Bilanz zum stARTfestival 2026
Leverkusen, 25. Juni 2026. Bayer Kultur hat das stARTfestival 2026 abgeschlossen. Über einen Zeitraum von elf Wochen standen rund 30 Veranstaltungen auf dem Programm, darunter Konzerte, Tanzproduktionen, Performances, künstlerische Begegnungen und Formate für junge Talente.
Unter dem Leitmotiv „So klingt Fühlen“ setzte das Festival auf ein breites künstlerisches Spektrum. Es reichte von Kammermusik und zeitgenössischer Klassik bis zu genreübergreifenden Projekten. Inhaltlich spielten Fragen nach Identität, kulturellen Prägungen und gesellschaftlichem Wandel eine zentrale Rolle.
Internationale Besetzung und neue Perspektiven
Zu den prägenden Programmpunkten gehörten Auftritte des Cellisten Gautier Capuçon mit dem Kammerorchester Wien-Berlin, von Alisa Weilerstein mit zeitgenössischen Bezügen zu Johann Sebastian Bach sowie die Aufführung der h-Moll-Messe mit dem Freiburger Barockorchester im Kloster Knechtsteden.
Auch Bühnenformate jenseits des klassischen Konzertbetriebs waren Teil des Festivals. Das Theater Rotterdam zeigte mit Performerin Nastaran Razawi Khorasani eine Produktion zu Körper, Freiheit und dem Tanzverbot im Iran, die erstmals in Deutschland zu sehen war. Das Deutsche Nationaltheater Weimar war erstmals Spielort des stARTfestivals. Dort traten Frau Thomas und Herr Martin, Thomas Neuwirth alias Conchita Wurst und Martin Zerza, mit einem Varietéabend zwischen Chanson, Kabarett und Wiener Lied auf.
Im Tanzbereich war unter anderem tanzmainz vertreten. Paloma Muñoz präsentierte mit „Im Mohnfeld“ eine Choreografie, die Gemeinschaft, Erinnerung und Solidarität in den Mittelpunkt stellte.
Nachwuchsförderung bleibt Kern des Formats
Die stARTacademy blieb auch 2026 ein zentraler Bestandteil des Festivalprofils. Das Förderprogramm begleitet ausgewählte Künstlerinnen und Künstler über mehrere Jahre und bringt sie mit etablierten Musikschaffenden sowie Festivalauftritten zusammen.
Der US-amerikanische Tubist Joshua Williams, Stipendiat der stARTacademy, trat mit der Jazzrausch Big Band im ausverkauften Erholungshaus auf. Ebenfalls Teil des Akademie-Line-ups war der brasilianische Geiger Guido Sant’Anna. Den Abschluss setzte das New Yorker Streichquartett Brooklyn Rider mit der europäischen Erstaufführung von „Frida’s Dreams“ der Pulitzer-Preisträgerin Gabriela Lena Frank. Die Auftragsarbeit entstand mit Bayer Kultur und internationalen Partnern, darunter Carnegie Hall und Wigmore Hall.
Pläne für 2027
Für 2027 kündigt Bayer Kultur eine neue Zusammenarbeit zwischen der stARTacademy und der Academy of St Martin in the Fields an. Ausgewählte Stipendiatinnen und Stipendiaten sollen mit Musikerinnen und Musikern des Kammerorchesters proben und die Ergebnisse beim stARTfestival präsentieren. Zudem soll die ASMF die internationale Suche und Auswahl neuer Talente unterstützen.
Als erstes neues Mitglied dieses Konzepts wird die österreichische Mezzosopranistin Anja Mittermüller ab 2027 mit ASMF-Musikerinnen und -Musikern sowie den stARTacademy-Stipendiaten Giorgi Gigashvili und Guido Sant’Anna arbeiten. Neu hinzugekommen ist außerdem der Komponist Josh Alexander.
Ein weiterer Bestandteil der Partnerschaft ist ein Community-Konzert in Wuppertal im Mai 2027. Laienmusikerinnen und Laienmusiker aus der Region können sich ab Herbst 2026 bewerben. Gemeinsam mit Mitgliedern der Bayer-Philharmoniker und der ASMF sollen sie als „Bayer Bootcamp Orchestra“ in der Historischen Stadthalle Wuppertal auftreten.