Donnerstag, 13. August 2026
NAD empfiehlt Änderungen an Sanofis Dupixent-Werbung
Sanofi soll ausgewählte Werbeaussagen zu Dupixent in den USA ändern oder nicht weiter verwenden. Das empfiehlt die National Advertising Division, kurz NAD, der US-amerikanischen Selbstregulierungseinheit für Werbung, nach einer Beschwerde von Galderma Laboratories.
Im Mittelpunkt standen Claims zu länger anhaltend klarerer Haut und schneller Linderung von Juckreiz. Betroffen sind sowohl verbrauchergerichtete Aussagen als auch eine Aussage für verschreibende Ärztinnen und Ärzte.
Mehr Kontext für TV-Claims gefordert
Die NAD kam zu dem Schluss, dass Sanofis Daten bestimmte Aussagen grundsätzlich stützen: Einige erwachsene Patientinnen und Patienten erreichten demnach eine klarere Haut, die vier Monate bis zu einem Jahr anhielt. Zudem zeigte ein Teil der Behandelten zwei Wochen nach der ersten Dosis eine Linderung des Juckreizes.
Gleichzeitig empfahl die NAD Sanofi, die entsprechenden TV-Aussagen so zu überarbeiten, dass die Ansprechraten klar und gut sichtbar dargestellt werden. Außerdem soll deutlicher werden, dass Dupixent in diesem Zusammenhang zusammen mit topischen Kortikosteroiden eingesetzt wurde.
Kritisch bewertete die NAD auch ein animiertes, verbrauchergerichtetes Video zum Wirkmechanismus. Nach Einschätzung der Organisation konnte es die nicht ausreichend belegte Botschaft vermitteln, dass die Hemmung der IL-4- und IL-13-Signalwege allein ausreiche, um Ekzeme zu adressieren. Dupixent zielt auf IL-4 und IL-13.
Day-2-Aussage für Verordner nicht ausreichend belegt
Eine weitere beanstandete Aussage richtete sich an Verschreiber. Sanofi hatte kommuniziert, Dupixent reduziere Juckreiz bereits ab Tag 2. Die NAD sah die zugrunde liegende Post-hoc-Analyse nicht als ausreichend an, um eine bedeutsame frühe Behandlungswirkung ab diesem Zeitpunkt zu belegen.
Sanofi erklärte in seiner Advertiser-Stellungnahme, den Empfehlungen der NAD nachzukommen.
Mehrere Dupixent-Claims bleiben zulässig
Nicht alle Einwände von Galderma waren erfolgreich. Die NAD sah unter anderem Unterstützung für Aussagen, Dupixent könne Patientinnen und Patienten helfen, Ekzemen einen Schritt voraus zu bleiben, und die Haut von innen heraus heilen helfen. Auch die Aussage, dass viele Erwachsene eine um 90 Prozent klarere Haut sahen, kann Sanofi weiter verwenden.
Bei der 90-Prozent-Aussage mahnte die NAD jedoch, die zugrunde liegende Evidenz nicht zu überzeichnen und den Behandlungskontext nicht zu verschleiern.
Außerdem folgte die NAD Galderma nicht in der Frage, ob Sanofis Werbung eine Überlegenheit von Dupixent gegenüber allen anderen von der FDA zugelassenen Ekzemtherapien nahelege. Auch Argumente, wonach die Werbung suggeriere, Dupixent verhindere eine Progression von Ekzemen oder blockiere die wichtigste Entzündungsquelle, überzeugten die NAD nicht.
Werbestreit in einem umkämpften Markt
Der Fall ist Teil einer breiteren Auseinandersetzung zwischen Sanofi und Galderma um Werbeaussagen. Im Vorjahr hatte die NAD in zwei von Sanofi angestrengten Verfahren Galderma empfohlen, bestimmte Aussagen zu Nemluvio zu ändern oder einzustellen.
Hinter dem Streit steht ein intensiver Wettbewerb in Indikationen wie Prurigo nodularis und Ekzem. Dupixent ist für Sanofi ein umsatzstarkes Mehrindikationenpräparat. Im zweiten Quartal erzielte das Medikament Erlöse von 5,2 Milliarden Euro, entsprechend 6 Milliarden US-Dollar.
Nemluvio, das 2024 von der FDA zugelassen wurde, gewinnt zugleich an Marktbedeutung. Galderma meldete für das erste Halbjahr 2026 einen Umsatzanstieg von mehr als 100 Prozent auf 433 Millionen US-Dollar. Der größte Teil entfiel auf die USA, wobei Ekzem stärker zum Umsatz beitrug als Prurigo nodularis. Zwischen Mitte Juni und Anfang Juli erreichte Nemluvio in den USA laut Galderma 42 Prozent der neuen Patientenstarts bei Prurigo nodularis und 9 Prozent bei Ekzem.