Freitag, 3. Juli 2026
KKH startet App-Angebot bei Verdacht auf Nahrungsmittelunverträglichkeit
Die KKH Kaufmännische Krankenkasse erweitert ihr digitales Versorgungsangebot für Versicherte mit möglichen Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Seit dem 1. Juli 2026 können KKH-Versicherte ab 18 Jahren die App viatolea nutzen, sofern sie nach einem digitalen Eignungscheck für das Programm infrage kommen.
Nach Angaben der Krankenkasse waren 2024 rund sechs Prozent ihrer Versicherten von Diagnosen betroffen, die mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Lebensmittelallergien zusammenhängen können. Hochgerechnet auf Deutschland entspricht dies etwa 4,6 Millionen Menschen. Nicht berücksichtigt ist dabei eine vermutete Dunkelziffer.
Zehn-Wochen-Programm mit Analyse und Beratung
Die Anwendung richtet sich unter anderem an Menschen mit Verdacht auf Fruktose-, Laktose- oder Sorbitunverträglichkeit. Sie ist laut KKH als Medizinprodukt zertifiziert und wissenschaftlich fundiert. Kern des Angebots ist ein strukturiertes Programm über zehn Wochen, das Beschwerden reduzieren und die Einordnung möglicher Auslöser erleichtern soll.
Nutzerinnen und Nutzer dokumentieren zunächst Mahlzeiten und Symptome. Nach rund zwei Wochen erstellt die App eine persönliche Auswertung. Bei Bedarf kann anschließend eine Ernährungsberaterin oder ein Ernährungsberater die Ergebnisse mit der versicherten Person besprechen. Zusätzlich bietet viatolea nach der Analyse Lebensmittel-Empfehlungen, Toleranztests und Unterstützung bei der Umstellung der Ernährung.
Die KKH sieht in der strukturierten Dokumentation eine mögliche Grundlage für das Arztgespräch. Zugleich weist sie darauf hin, dass der Verdacht auf eine Nahrungsmittelunverträglichkeit weiterhin ärztlich abgeklärt werden sollte.
Abgrenzung von Intoleranz und Allergie
Die Krankenkasse unterscheidet zwischen Intoleranzen und Allergien. Bei einer Intoleranz kann der Körper bestimmte Nahrungsbestandteile, etwa Laktose oder Fruktose, nicht oder nur eingeschränkt verarbeiten. Als mögliche Beschwerden nennt die KKH unter anderem Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall, Kopfschmerzen und Müdigkeit.
Bei einer Lebensmittelallergie ist dagegen das Immunsystem beteiligt. Typische Reaktionen können Hautausschläge, Juckreiz, Schwellungen, Atemprobleme oder Übelkeit sein. Zu den häufig genannten Allergenen zählen Erdnüsse, Milch, Fisch, Schalentiere, Soja und Weizen. In schweren Fällen kann eine Anaphylaxie auftreten, bei der sofort medizinische Hilfe notwendig ist.
Start-up mit Universitätsbezug
Viatolea wurde von einem Nürnberger Start-up entwickelt, das aus der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg hervorgegangen ist. Die App wurde unter anderem mit dem HealthCare Award 2024 ausgezeichnet und 2025 beim DMEA Nova Award als Versorgungsmodell der Zukunft gewürdigt.
Weitere Informationen zum Angebot stellt die KKH über viatolea.de bereit. Für berechtigte KKH-Versicherte ist die Nutzung nach Registrierung mit der Versichertennummer kostenfrei.