Freitag, 6. Februar 2026
Arzneimittelausgaben der GKV wachsen 2025 um 4,9 Prozent – Apotheken profitieren nicht vom Kostenanstieg
Die Ausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für Arzneimittel ohne Impfstoffe sind im Jahr 2025 erwartungsgemäß deutlich gestiegen. Nach aktuellen Berechnungen des Deutscher Apothekerverband (DAV) beliefen sich die Arzneimittelausgaben auf 56,4 Milliarden Euro inklusive Mehrwertsteuer. Das entspricht einem Plus von 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Damit treffen die realen Ausgaben exakt die Prognose, die der GKV-Spitzenverband gemeinsam mit der Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben für 2025 formuliert hatte. Grundlage der Berechnungen sind die Abrechnungsergebnisse der Apothekenrechenzentren.
Während die Gesamtausgaben steigen, zeigt sich bei der Vergütung der Apotheken jedoch ein anderes Bild. Die Honorierung stagniert weitgehend, obwohl die Apotheken weiterhin einen zentralen Beitrag zur Arzneimittelversorgung leisten. Zu Jahresbeginn 2025 wirkte sich zunächst ein erhöhter Honorarabschlag zugunsten der GKV negativ auf die Einnahmen aus. Zudem sank die für die Vergütung relevante Zahl der abgegebenen Arzneimittel im Gesamtjahr um 1,5 Prozent auf rund 749 Millionen Packungen.
Lediglich die prozentuale, geringer gewichtete Komponente des Apothekenhonorars verhinderte ein spürbares Absinken der Gesamtvergütung. Eine abschließende Honorarabrechnung für 2025 liegt noch nicht vor; im Jahr 2024 belief sich die Apothekenvergütung auf 5,84 Milliarden Euro.
„Die Zahlen für das Jahr 2025 zeigen ganz nüchtern: Die Krankenkassen geben mehr Geld für weniger Medikamente aus“, erklärt Hans-Peter Hubmann, Vorsitzender des DAV. Hintergrund sei vor allem der zunehmende Einsatz innovativer Arzneimittel, die häufig deutlich teurer seien als ihre Vorgänger. Ärztinnen und Ärzte ermöglichten ihren Patientinnen und Patienten damit den Zugang zum medizinischen Fortschritt – ein grundsätzlich positives Signal.
Kritisch bewertet Hubmann jedoch die wirtschaftliche Situation der Apotheken: „Die Apotheken werden nicht am Fortschritt beteiligt, sondern zunehmend kaputtgespart.“ Seit 2013 habe jede fünfte Apotheke schließen müssen, während die Betriebskosten um rund 65 Prozent gestiegen seien. Das Fixhonorar von 8,35 Euro pro Packung sei seit über einem Jahrzehnt unverändert – trotz politischer Zusagen. Zwar sehe der Koalitionsvertrag eine Anhebung auf 9,50 Euro vor, im aktuellen Gesetzgebungsverfahren bleibe dieses Vorhaben jedoch bislang ohne konkrete Umsetzung.
Der DAV fordert daher Bundestag, Bundesregierung und Bundesrat auf, die wirtschaftliche Basis der Apotheken nachhaltig zu stärken. Ziel sei eine patientenorientierte Versorgung mit wohnortnahen Apotheken, damit sich die Wege für die Bevölkerung nicht weiter verlängern.