Freitag, 28. August 2026
SBK fordert digitales Terminmanagement für Arzttermine
Die Siemens-Betriebskrankenkasse SBK sieht in der digitalen Terminsteuerung einen zentralen Hebel, um den Zugang zur ambulanten Versorgung transparenter zu machen. Grundlage ist eine repräsentative YouGov-Befragung im Auftrag der Kasse, nach der viele Menschen in Deutschland die Suche nach einem Arzttermin als belastend erleben.
Nach den Ergebnissen halten 58 Prozent der Befragten die Suche nach einem passenden Termin häufig für zeitintensiv. 71 Prozent berichten, dass freie Termine oft schwer zu finden seien. 74 Prozent wünschen sich mehr Übersicht über verfügbare Arzttermine.
Online-Portal als Ergänzung zur Praxis
Der persönliche oder telefonische Kontakt zur Arztpraxis bleibt nach den Umfragedaten der wichtigste Weg zur Terminvereinbarung. 68 Prozent nutzen diesen Kanal am häufigsten. Zugleich würden 73 Prozent ein zentrales digitales Angebot verwenden, das verfügbare Termine zusammenführt.
Die Befragten wollen digitale Angebote jedoch nicht als vollständigen Ersatz für bestehende Wege verstanden wissen. 86 Prozent sprechen sich dafür aus, dass ein Terminportal den Kontakt per Telefon oder vor Ort ergänzt. Auch die freie Arztwahl bleibt ein wichtiges Anliegen: 90 Prozent möchten weiterhin selbst unter den verfügbaren Ärztinnen und Ärzten auswählen können.
Dringlichkeit statt Versicherungsstatus
Die SBK verbindet die Umfrageergebnisse mit der Forderung nach einem digital unterstützten Primärversorgungssystem. Dieses soll Patientinnen und Patienten bereits vor der Buchung über eine einheitliche Ersteinschätzung zur passenden Versorgung leiten, unabhängig davon, ob der Kontakt digital, telefonisch oder in einer Praxis beginnt.
Nach Vorstellung der Kasse könnten Termine auf dieser Basis stärker nach medizinischer Dringlichkeit vergeben werden. 87 Prozent der Befragten halten einen solchen Ansatz für sinnvoll. Zugleich gaben 80 Prozent an, den Eindruck zu haben, dass privat Versicherte schneller einen Termin erhalten als gesetzlich Versicherte.
SBK-Vorständin Dr. Gertrud Demmler ordnet die Ergebnisse als Hinweis auf einen Bedarf nach mehr Orientierung und Fairness ein. Digitale Prozesse könnten nach Einschätzung der Kasse dazu beitragen, Patientinnen und Patienten besser durch das Versorgungssystem zu führen und Praxen sowie Notaufnahmen zu entlasten.
116117-Service in der App integriert
Die SBK hat nach eigenen Angaben im Juli 2026 als erste Krankenkasse den Terminservice 116117 der Kassenärztlichen Bundesvereinigung in ihre App „Meine SBK“ eingebunden. Damit will die Kasse praktische Erfahrungen mit einem zentralen Terminservice sammeln und eine gemeinsame digitale Infrastruktur unterstützen.
Perspektivisch sieht die SBK solche Lösungen auch als möglichen Bestandteil der elektronischen Patientenakte. Die Befragung wurde zwischen dem 24. und 27. Juli 2026 online durchgeführt. Insgesamt nahmen 2.032 Personen teil. Die Ergebnisse wurden nach Alter, Geschlecht und Region quotiert und gewichtet und gelten als repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.