Donnerstag, 20. August 2026
BioMarin übernimmt Alesta für HPP-Programm ALE1
BioMarin Pharmaceutical will Alesta Therapeutics übernehmen und sich damit den Zugriff auf ALE1 sichern, einen klinischen Wirkstoffkandidaten zur Behandlung der Hypophosphatasie. Für die Transaktion ist eine Vorabzahlung von 275 Millionen US-Dollar vorgesehen. Zusätzlich können bis zu 215 Millionen US-Dollar bei Erreichen bestimmter Entwicklungs- und Zulassungsmeilensteine fällig werden.
Die Boards beider Unternehmen haben die Vereinbarung genehmigt. BioMarin erwartet den Abschluss noch im laufenden Quartal, sofern die üblichen Vollzugsbedingungen erfüllt werden. Das Unternehmen will die Akquisition aus vorhandenen Barmitteln finanzieren.
Oraler Ansatz bei seltener Knochenerkrankung
ALE1 ist ein oral verfügbarer niedermolekularer Wirkstoffkandidat für Hypophosphatasie, kurz HPP. Die seltene genetische Erkrankung wird durch Mutationen im ALPL-Gen verursacht und kann die Mineralisierung von Knochen und Zähnen beeinträchtigen. Mögliche Folgen sind häufige Knochenbrüche, früher Zahnverlust sowie bei Erwachsenen Muskelschwäche, Fatigue und Schmerzen.
Der Kandidat wird derzeit in einer Phase-1/2a-Studie untersucht. Dabei werden Sicherheit, Verträglichkeit sowie pharmakokinetische und pharmakodynamische Parameter bei gesunden Probanden und erwachsenen HPP-Patienten geprüft. Nach Angaben von BioMarin könnte ALE1 bei Zulassung der erste orale Therapieansatz für HPP werden.
Einordnung in die BioMarin-Pipeline
BioMarin sieht in ALE1 eine Erweiterung seiner klinischen Pipeline und einen möglichen Zugang zu einem größeren Markt innerhalb seltener Erkrankungen. Das Programm soll nach Abschluss der Transaktion der Geschäftseinheit für Skeletterkrankungen zugeordnet werden.
Vor dem Vollzug will Alesta alle Vermögenswerte außerhalb von ALE1 in eine neue Gesellschaft ausgliedern. Auch die Beschäftigten von Alesta sollen zu dieser Ausgründung wechseln. Im Zusammenhang mit der Übernahme werden daher keine Alesta-Mitarbeitenden zu BioMarin wechseln.
Finanzielle Auswirkungen
BioMarin kündigte an, nach Abschluss der Transaktion eine aktualisierte Prognose für das Gesamtjahr 2026 vorzulegen. Ohne die Vorabzahlung erwartet das Unternehmen für 2026 einen moderat verwässernden Effekt auf die Finanzergebnisse.
Als Berater von BioMarin sind Morgan Stanley als exklusiver Finanzberater und Jones Day als Rechtsberater eingebunden. Alesta wird von J.P. Morgan Securities als exklusivem Finanzberater sowie von Goodwin Procter und NautaDutilh rechtlich beraten.