Freitag, 17. Juli 2026
Novartis, Klinikum Bayreuth und myon.clinic starten digitales RLT-Netzwerk
Novartis Deutschland, die Klinikum Bayreuth GmbH und myon.clinic haben am 8. Juli 2026 ein Pilotprojekt für die Versorgung von Prostatakrebspatienten angekündigt. Unter dem Namen „Vernetzter Patientenweg“ soll ein digitales Netzwerk entstehen, das Kliniken und Praxen verschiedener Fachrichtungen entlang der Radioligandentherapie besser verbindet.
Im Zentrum steht die Gesundheitsplattform myoncare. Sie soll Befunde, Therapieschritte und Dokumentation an einem Ort bündeln und die Abstimmung zwischen ambulanten und stationären Einrichtungen erleichtern. Beteiligt sind unter anderem Fachbereiche wie Urologie, Nuklearmedizin, Onkologie und Radiologie.
Digitale Koordination für komplexe Therapien
Die Radioligandentherapie gehört zu den Verfahren, bei denen Diagnostik und Behandlung eng miteinander verzahnt werden müssen. Der Ansatz basiert auf Theranostik, also der Verbindung molekularer Bildgebung mit einer zielgerichteten Therapie. Für die Versorgung bedeutet das einen hohen Abstimmungsbedarf zwischen mehreren Fachdisziplinen.
Nach Angaben der Partner soll die Plattform klare Zuständigkeiten unterstützen, relevante Befunde sicher verfügbar machen und den Therapieverlauf zentral dokumentieren. Eine Chatfunktion soll die Kommunikation zwischen den beteiligten Ärztinnen und Ärzten vereinfachen. Patienten sollen über eine App in den Ablauf einbezogen und über den Stand ihrer Behandlung informiert werden.
Bayreuth als erster Pilotstandort
Die Klinik für Nuklearmedizin der Klinikum Bayreuth GmbH ist der erste Standort des Projekts in Deutschland. Das Haus bringt seine praktische Erfahrung in die Entwicklung und Erprobung des digitalen Patientenpfads ein. Novartis beschreibt die Initiative als bundesweit angelegtes Pilotprojekt, in das später weitere Zentren aufgenommen werden sollen.
Alexandra Skorupa, Leiterin Medical Affairs Radioligandentherapie bei Novartis in Deutschland, betonte, dass neue Therapien ihren Nutzen nur dann vollständig entfalten könnten, wenn sie Patienten rechtzeitig und koordiniert erreichten. Prof. Dr. Stefan Förster, Klinikdirektor Nuklearmedizin am Klinikum Bayreuth, verwies auf die Bedeutung einer effizienten fachübergreifenden Zusammenarbeit für die Versorgung von Prostatakrebspatienten.
Übertragbares Modell geplant
Die Partner wollen die Erfahrungen aus der Anwendung in Bayreuth und späteren Pilotzentren nutzen, um den digitalen Patientenpfad weiterzuentwickeln. Ziel ist eine Lösung, die auch andere Versorgungsnetzwerke einsetzen können.
Novartis zählt die Radioligandentherapie zu seinen strategischen Technologieplattformen in der Onkologie. Das Unternehmen erforscht den Einsatz solcher Therapien bei verschiedenen Tumorarten und Krankheitsstadien.