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Freitag, 28. November 2025

Bundesärztekammer unterstützt UN-Kampagne „Orange the World“ und fordert entschlossenes Handeln gegen Gewalt an Frauen

Jede dritte Frau in Deutschland erlebt im Laufe ihres Lebens körperliche oder psychische Gewalt – ein gesellschaftliches Problem, das ein entschiedenes und koordiniertes Vorgehen erfordert. Die Bundesärztekammer schließt sich deshalb der UN-Kampagne „Orange the World“ an und setzt ein deutliches Zeichen für mehr Schutz, Prävention und Unterstützung für Betroffene.

„Praxen und Krankenhäuser sind für betroffene Frauen häufig die erste Anlaufstelle und spielen eine Schlüsselrolle im Opferschutz“, betont Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt. Medizinische Einrichtungen können Gewalt nicht nur behandeln, sondern frühzeitig erkennen, aktiv ansprechen und dokumentieren. Da Ärztinnen und Ärzte ein besonders hohes Vertrauen genießen, wenden sich viele Frauen zunächst an sie, bevor Polizei oder andere Institutionen eingeschaltet werden.

Vizepräsidentin Dr. Ellen Lundershausen unterstreicht, dass viele Betroffene aus Angst oder Scham nicht von sich aus über Misshandlungen sprechen. Daher komme es darauf an, dass Ärztinnen und Ärzte sensibel handeln, Warnsignale erkennen und gemeinsam mit Patientinnen Schritte zu deren Schutz einleiten.

Zusätzliche Unterstützung fordert auch Vizepräsidentin Dr. Susanne Johna. Sie verweist auf die Verpflichtungen Deutschlands aus der Istanbul-Konvention, ausreichende Behandlungsangebote, Schutzräume und Zufluchtsstätten für Frauen und Mädchen bereitzustellen. Eine enge Vernetzung zwischen ärztlichen Einrichtungen, Beratungsstellen und lokalen Hilfsstrukturen sei dafür essenziell.

Die UN-Kampagne „Orange the World“ wurde 1991 ins Leben gerufen, um weltweit auf Gewalt an Frauen und Mädchen aufmerksam zu machen. Jedes Jahr leuchten zwischen dem 25. November – dem Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen – und dem 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, Gebäude und Institutionen in Orange. Auch die Bundesärztekammer setzt mit ihrer Teilnahme ein sichtbares Zeichen für Solidarität und gegen Gewalt.