
Bundesverband Selbsthilfe Lungenkrebs e.V.
Freitag, 30. Oktober 2026
Der Bundesverband Selbsthilfe Lungenkrebs e.V. nutzt den Lungenkrebsmonat November, um auf das neue Früherkennungsangebot für Menschen mit erhöhtem Risiko aufmerksam zu machen. Seit April 2026 ist die Untersuchung per Niedrigdosis-CT unter bestimmten Voraussetzungen eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Mit der Kampagne „DU BIST AM ZUG!“ und einem digitalen Anspruchscheck will der Verband vor allem Menschen erreichen, die ihren möglichen Anspruch bislang nicht kennen.
Anspruch hängt von Alter und Rauchhistorie ab
Das Angebot richtet sich an gesetzlich Versicherte zwischen 50 und 75 Jahren, die aktuell rauchen oder früher stark geraucht haben. Genannt werden 25 Jahre Zigarettenkonsum und mindestens 15 Packungsjahre. Ein Beispiel dafür sind 30 Jahre mit durchschnittlich einer halben Packung Zigaretten pro Tag.
Vor einer möglichen Niedrigdosis-Computertomografie steht ein ärztliches Beratungsgespräch, in dem die individuellen Voraussetzungen geprüft werden. Erst danach erfolgt gegebenenfalls eine Überweisung. Die Untersuchung soll Lungenkrebs erkennen, bevor Beschwerden auftreten. Bei regelmäßiger Teilnahme kann die Lungenkrebssterblichkeit nach Studienlage gesenkt werden, zugleich informiert die Kampagne auch über Ablauf, Nutzen und Risiken.
Kampagne setzt auf niedrigschwellige Ansprache
Kommunikativ setzt der Verband auf humorvolle, lebensnahe Motive und eine Ansprache ohne moralischen Druck. Hintergrund ist, dass Angst vor einer Diagnose, Scham oder die Sorge vor Stigmatisierung Menschen davon abhalten können, sich mit dem Screening zu befassen. Prof. Dr. Torsten Bauer, Chefarzt der Lungenklinik Heckeshorn in Berlin und ehemaliger Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin, verweist in der Kampagne auf die Bedeutung einer aufklärenden und nicht verurteilenden Kommunikation.
Der kostenlose Check auf dubistamzug-screening.com bietet eine erste Orientierung, ersetzt aber nicht die ärztliche Prüfung. Für Healthcare-Kommunikation ist die Initiative ein Beispiel dafür, dass eine neue Erstattungsleistung erst durch zielgruppengerechte Information, verständliche digitale Einstiege und stigmaarme Botschaften praktisch sichtbar wird.

