
Pharmareferenten – Die Schnittstelle zwischen Pharmaindustrie und Gesundheitswesen
Inhalt
Was machen Pharmareferent:innen?
Pharmareferent:innen informieren Angehörige der Heilberufe über Arzneimittel und betreuen berufliche Kontakte eines pharmazeutischen Unternehmens. Im Arzneimittelgesetz wird für die entsprechende Tätigkeit der Begriff Pharmaberater verwendet. Fachliche Information, Kommunikation und geregelte Rückmeldungen gehören dabei zusammen.
Die Tätigkeit ist von der ärztlichen Behandlung und von medizinisch-wissenschaftlichen Rollen wie Medical Science Liaison zu unterscheiden. Ein Verkaufsgespräch darf nicht als unabhängige Therapieempfehlung auftreten.
Welche Sachkenntnis ist erforderlich?
§ 75 AMG benennt die erforderliche Sachkenntnis und die entsprechenden Qualifikationswege. Dazu zählen bestimmte gesetzlich aufgeführte Hochschulabschlüsse und Berufsausbildungen sowie die Qualifikation als Pharmareferent:in. Für gleichwertige Ausbildungen kann eine behördliche Anerkennung relevant sein.
Nicht jedes naturwissenschaftliche Studium und nicht jede zusätzliche Marketingfortbildung erfüllt diese Voraussetzungen automatisch. Die Vorschrift erfasst auch die entsprechende fernmündliche Information. Unternehmen müssen die Eignung für die konkrete Tätigkeit nachvollziehbar prüfen.
Welche Aufgaben und Pflichten bestehen?
Zu den Aufgaben können Fachgespräche, die Vermittlung freigegebener Produktinformationen, die Organisation vereinbarter Folgekontakte und die Dokumentation gehören. Aussagen müssen zum zugelassenen Produktstand und zu den Werbevorschriften passen.
§ 76 AMG verlangt unter anderem die Vorlage der Fachinformation bei entsprechender Arzneimittelinformation. Mitteilungen von Angehörigen der Heilberufe über Nebenwirkungen, Gegenanzeigen und andere Risiken sind aufzuzeichnen und an den Auftraggeber weiterzugeben. Solche Sicherheitsinformationen dürfen nicht erst nach eigener Bestätigung zurückgehalten werden.
Wie verändert sich die Arbeit durch digitale Kanäle?
Persönliche Besuche können durch Telefonate, Videogespräche und digitale Materialien ergänzt werden. Entscheidend ist, dass Zielgruppe, Kontaktberechtigung und freigegebene Inhalte auch in diesen Formaten passen. Dokumentation und Übergaben sollten den tatsächlich vereinbarten nächsten Schritt abbilden.
Medizinische Fragen außerhalb des vorgesehenen Gesprächsrahmens benötigen einen geeigneten internen Ansprechpartner. Schulungen sollten deshalb sowohl das Produktwissen als auch die Abgrenzung von Werbung, medizinischer Information und Sicherheitsmeldungen behandeln.
Fazit: Fachliche Qualität und verlässliche Rückmeldungen
Pharmareferent:innen verbinden Unternehmenskommunikation mit den Informationsaufgaben beruflicher Zielgruppen. Geeignete Sachkenntnis, aktuelle Inhalte und verlässliche Sicherheitsprozesse sind wesentliche Voraussetzungen. Kontaktzahlen oder Absatz allein bilden die Qualität dieser Arbeit nicht vollständig ab.

