Bild: Hubert Burda Media Holding Kommanditgesellschaft

Dienstag, 2. Dezember 2025

Focus Salon 2025 in Berlin: Politik, Medien und Zivilgesellschaft setzen ein klares Signal gegen Gewalt an Frauen und fordern konsequente Maßnahmen gegen Femizide

Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen: Der Focus Salon 2025 rückt das Thema Femizide ins Zentrum einer dringenden gesellschaftlichen Debatte. Auch in diesem Jahr lud das Focus Magazin gemeinsam mit der Initiative #DieNächste anlässlich des Internationalen Tages zur Beseitigung von Gewalt an Frauen zum Focus Salon in Berlin ein. Der Abend widmete sich einem Thema, das erschüttert und zugleich zum Handeln verpflichtet: geschlechtsspezifische Tötungen von Frauen.

Die Veranstaltung versammelte hochrangige Vertreter:innen aus Politik, Fachkreisen und Öffentlichkeit. Unter den Redner:innen befanden sich Bundesinnenminister Alexander Dobrindt, Bundesfamilienministerin Karin Prien sowie Anette Kramme, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesjustizministerium. Zudem berichteten die Gründerinnen der Initiative #DieNächste – Sarah Bora, Iris Brand und Anna Sophie Herken – über ihre Erfahrungen und politischen Forderungen.

Zu den exklusiven 50 Gästen gehörten namhafte Expertinnen wie Mental Health-Speakerin Fatma Kaya, One Billion Rising-Vorständin Romy Stangl, BIG e.V.-Geschäftsführerin Dr. Doris Felbinger, my protectify-Gründerin Sogol Kordi, Juristin Müşerref Tanrıverdi sowie die Berliner Polizeipräsidentin Dr. Barbara Slowik Meisel.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt unterstrich im Vorfeld die Bedeutung politischer Konsequenz: „Es geht um Schutz statt Schweigen.“ Er forderte unter anderem eine strengere Ahndung des Einsatzes von K.O.-Tropfen, Investitionen in Schutzräume und die Weiterentwicklung einer Tarn-App, die Betroffenen ermöglicht, Gewalt gerichtsfest zu dokumentieren.

Ein gesellschaftliches Problem, das nicht länger ignoriert werden darf

Die Lage in Deutschland ist alarmierend: Jeden dritten Tag wird eine Frau durch ihren (Ex-) Partner getötet. Laut Bundeskriminalamt wurden 2024 insgesamt 859 Frauen und Mädchen Opfer versuchter oder vollendeter Tötungsdelikte, davon endeten 308 tödlich. Dennoch existiert bislang keine rechtliche Anerkennung von Femiziden als eigenständige Straftat. Die Initiative #DieNächste fordert daher eine Reform des Strafrechts, die geschlechtsspezifische Tötungen klar benennt und sanktioniert.

Die Focus-Chefredakteur:innen Franziska Reich und Georg Meck betonten die Verantwortung des Journalismus: „Wir können nicht wegsehen. Gewalt gegen Frauen ist eine der gravierendsten sozialen Deformationen unserer Zeit.“ Die Aufgabe der Presse sei es, Missstände sichtbar zu machen und öffentlichen Diskurs zu ermöglichen.

Journalistische Verantwortung im Dienst der Gesellschaft

Der Focus Salon fungiert dabei als Plattform für intensiven Austausch zwischen Politik, Medien und Zivilgesellschaft. Reich und Meck erklärten weiter, dass mutige Stimmen wie jene der Initiatorinnen von #DieNächste entscheidend seien, um Schweigen zu durchbrechen und Reformdruck aufzubauen.

Begleitet wird der Salon von einer umfassenden Berichterstattung in allen Focus-Kanälen – im Magazin (Ausgabe 49/2025), bei Focus+ sowie auf Social Media. Berichte beleuchten neben statistischen Fakten auch persönliche Geschichten Betroffener und zeigen auf, welche politischen und gesellschaftlichen Maßnahmen dringend notwendig sind.

Über den Focus Salon

Der 2024 etablierte Focus Salon widmet sich gesellschaftlich relevanten Zukunftsthemen und schafft Austauschformate für Entscheidungsträger:innen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur. Der diesjährige Salon setzt erneut ein deutliches Zeichen: Wegsehen ist keine Option.