Freitag, 6. Februar 2026
Depressionsbarometer 2025 zeigt: Social Media prägt das Krankheitsverständnis – Hausärztinnen und Hausärzte bleiben unverzichtbar in der Depressionsbehandlung
Die digitale Welt hat sich zu einer zentralen Informationsquelle im Gesundheitsbereich entwickelt. Auch beim Thema Depressionen suchen immer mehr Menschen online nach Orientierung. Die aktuelle Auswertung des Deutschland-Barometer Depression 2025 zeigt: 78 % der tatsächlich von Depressionen Betroffenen informieren sich im Internet über ihre Erkrankung. Darüber hinaus hat sich fast jede zweite erwachsene Person in Deutschland bereits online mit dem Thema Depression auseinandergesetzt – unabhängig von einer eigenen Betroffenheit.
Social Media und KI: Aufklärung mit Schattenseiten
Soziale Medien gewinnen als Informationsquelle weiter an Bedeutung. Rund 40 % der Bevölkerung haben in letzter Zeit Inhalte zu Depressionen auf Plattformen wie Instagram, TikTok oder Facebook gesehen, bei Betroffenen liegt der Anteil sogar bei 47 %. Digitale Inhalte können dabei eine positive Wirkung entfalten: Jeder sechste Betroffene gibt an, durch Social-Media-Beiträge motiviert worden zu sein, sich Hilfe zu suchen. Für etwa 10 % war ein Post sogar der erste Impuls, über eine mögliche eigene Erkrankung nachzudenken.
Gleichzeitig zeigt das Barometer klare Grenzen digitaler Informationsangebote auf. 65 % der Betroffenen haben Schwierigkeiten, die Vertrauenswürdigkeit von Social-Media-Inhalten zum Thema Depression richtig einzuschätzen. Fehlinformationen, vereinfachte Darstellungen oder nicht evidenzbasierte Empfehlungen können Unsicherheit erzeugen und den Therapieverlauf negativ beeinflussen. Auch KI-gestützte Angebote können ärztliche Diagnostik und Therapie nicht ersetzen.
Hausärztinnen und Hausärzte als erste Anlaufstelle
Hausärztinnen und Hausärzte spielen eine Schlüsselrolle in der Versorgung von Menschen mit Depressionen. Sie sind häufig die ersten Ansprechpartner, kennen die Lebensumstände ihrer Patientinnen und Patienten und begleiten sie langfristig. Gerade im digitalen Informationszeitalter kommt ihnen eine wichtige Lotsenfunktion zu: Symptome einordnen, Fehlinformationen korrigieren und gemeinsam geeignete Therapieoptionen besprechen.
Eine groß angelegte Studie des King’s College London, veröffentlicht im Fachjournal The Lancet, untersuchte 30 verschiedene Antidepressiva bei mehr als 58.000 Patientinnen und Patienten. Die Ergebnisse zeigen, dass Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme, Blutdruckanstieg oder sexuelle Dysfunktionen häufige Gründe für Therapieabbrüche sind. Die Abbruchrate bei synthetischen Antidepressiva liegt bei rund 40 %.
Johanniskrautextrakt: Evidenzbasierte Alternative
Für Patientinnen und Patienten mit leichten bis mittelschweren Depressionen stellt Johanniskrautextrakt eine evidenzbasierte, leitliniengerechte Behandlungsoption dar. Hochdosierte, standardisierte Präparate zeigen eine vergleichbare Wirksamkeit zu synthetischen Antidepressiva – bei deutlich besserer Verträglichkeit.
Johanniskrautextrakt wirkt auf die Neurotransmitter Dopamin, Noradrenalin und Serotonin, ohne einzelne Systeme stark zu belasten. Typische Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme, Tagesmüdigkeit oder sexuelle Funktionsstörungen treten deutlich seltener auf. Das unterstützt die Therapietreue und verbessert die Lebensqualität der Betroffenen – bei klinisch belegter Wirksamkeit.
Fazit
Digitale Informationsquellen können aufklären, motivieren und entstigmatisieren. Gleichzeitig bleibt die persönliche ärztliche Begleitung unverzichtbar. Hausärztinnen und Hausärzte sind zentrale Vertrauenspersonen, um Informationen einzuordnen, Therapieentscheidungen zu begleiten und Betroffenen Sicherheit zu geben – gerade in einer zunehmend digitalen Gesundheitswelt.