Dienstag, 12. Mai 2026
Deutsche Herzstiftung: Friso Janßen übernimmt Geschäftsführung
Die Deutsche Herzstiftung e.V. hat zum 4. Mai 2026 Friso Janßen zum neuen Geschäftsführer berufen. Janßen tritt die Nachfolge von Martin Vestweber an, der nach rund zwei Jahrzehnten an der Spitze in den Ruhestand gegangen ist. Vestweber war zudem langjährig in der von der Herzstiftung mitgegründeten Deutschen Stiftung für Herzforschung (DSHF) eng eingebunden.
Übergang nach mehr als zwei Jahrzehnten
Vestweber hatte die bundesweit tätige Patientenorganisation über 20 Jahre geführt. In dieser Zeit wurden nach Angaben der Organisation sowohl die Unterstützung für Betroffene als auch die Forschungsförderung ausgebaut. Für die wirtschaftliche Lage verweist die Herzstiftung auf rund 110.000 Mitglieder, ein Forschungsfördervolumen von 6,7 Mio. Euro sowie Erträge von 21 Mio. Euro im Jahr 2025.
Profil des neuen Geschäftsführers
Der 41-jährige Janßen ist ausgebildeter Gesundheits- und Krankenpfleger und studierte Gesundheits- und Pflegemanagement. Berufliche Stationen umfassten Leitungsaufgaben in der Altenhilfe sowie Management- und Vertriebsfunktionen in Unternehmen des Gesundheitssektors. In der neuen Rolle will er nach Angaben der Herzstiftung insbesondere die strategische Weiterentwicklung der Organisation sowie ihre Sichtbarkeit weiter stärken.
Schwerpunkte: Prävention, patientennahe Themen und Forschung
Janßen kündigte an, Prävention stärker in den Mittelpunkt zu rücken und Themen aus dem Alltag mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sichtbarer zu machen. Für 2026 sind unter anderem Maßnahmen zur Bewegung sowie ein Schwerpunkt rund um Vorhofflimmern vorgesehen, das im November im Rahmen der Herzwochen adressiert werden soll. Zudem ist eine Sonderforschungsförderung zum Thema Vorhofflimmern in Höhe von 1 Mio. Euro geplant.
Als Rahmen nennt die Herzstiftung, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Deutschland die häufigste Todesursache sind, mit rund 340.000 Sterbefällen pro Jahr, und zudem der häufigste Grund für Krankenhausaufnahmen.
Kommunikation, digitale Kanäle und Partnerschaften
Mehr Reichweite sieht der neue Geschäftsführer insbesondere über digitale Kommunikation. Dabei sollen auch neue Technologien wie KI eine Rolle spielen, allerdings ausdrücklich mit dem Anspruch einer verantwortungsvollen Nutzung. Gleichzeitig setzt die Organisation weiterhin auf eine Mischung aus digitalen und klassischen Formaten sowie auf persönliche Ansprache.
Für die inhaltliche Arbeit werden Kooperationen mit Fachgesellschaften und weiteren Partnern als zentral benannt. Beispiele sind die Zusammenarbeit mit ärztlichen Fachgesellschaften für den Deutschen Herzbericht sowie Kooperationen unter anderem mit dem Bundesverband Niedergelassener Kardiologen (BNK) und der Björn Steiger Stiftung im Rahmen von HERZSICHER. In der Geschäftsführung wird Janßen von Benjamin Schmitt als Stellvertreter unterstützt, der die Geschäfte seit Jahresbeginn interimsweise geführt hatte.
Hinweis: Dieser Beitrag basiert auf Angaben der Deutschen Herzstiftung.