Dienstag, 24. Februar 2026
Merck strukturiert Geschäft vor Patentablauf von Keytruda um
Merck & Co. stellt seine Organisationsstruktur neu auf, um sich auf den erwarteten Patentablauf seines umsatzstärksten Produkts Keytruda im Jahr 2030 vorzubereiten. Das Krebsmedikament gilt als weltweit umsatzstärkstes verschreibungspflichtiges Arzneimittel.
Zwei Sparten mit klarer Zuständigkeit
Künftig will Merck sein Geschäft in zwei Einheiten führen. Eine Sparte bündelt das Onkologiegeschäft. Eine zweite Einheit verantwortet Spezialmedikamente, das Pharmageschäft sowie Infektionskrankheiten. In dieser zweiten Sparte sind unter anderem der HPV-Impfstoff Gardasil, das Diabetespräparat Januvia und das Lungenmedikament Winrevair verankert.
Die Onkologiesparte soll von Jannie Oosthuizen geleitet werden. Für die zweite Sparte holt Merck Brian Foard, der zuvor bei Sanofi tätig war.
Keytruda-Dominanz und Druck auf die Prognose
Keytruda ist für Merck ein zentraler Umsatztreiber. Für 2025 meldete der Konzern einen Umsatz von mehr als 30 Milliarden US-Dollar mit der Immuntherapie, was nahezu die Hälfte des Konzernumsatzes ausmachte.
Die Reorganisation folgt auf eine zurückhaltende Prognose für 2026, bei der Merck vor Umsatz und Gewinn unter den Erwartungen warnte. Als Ursache wurde zunehmender Wettbewerb durch Nachahmerprodukte bei mehreren älteren Arzneien genannt.
Pipeline und Zukäufe als Wachstumspfeiler
Mit der Neuaufstellung will Merck nach eigenen Angaben Produktstarts in mehreren Therapiegebieten absichern und das Portfolio breiter aufstellen. Das Unternehmen verweist dabei auf rund 80 Studien in der späten Phase 3 sowie auf mehr als 20 erwartete neue Wachstumstreiber in den kommenden Jahren.
Zudem hat Merck sein Portfolio im Vorjahr durch Übernahmen von Cidara Therapeutics und Verona Pharma ausgebaut.